Leseprobe

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Hinweis

Die unten aufgeführten Texte stellen Leseproben für interessierte Leser des links abgebildeten Buches „Boose-Nacht-Geschichten“ dar, das weitere Gedichte, Essays und Kurzgeschichten enthält. Die Texte sind somit urheberrechtlich geschützt.

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Stanleys Prototyp
( Gedicht, 2006 )

Ein junger Mann des Namens Stanley;
Er ist 19 Jahre alt;
Ist ein Genie in Sachen Künste,
Doch im Herzen bitterkalt.

Seinen echten Namen kennt gar niemand,
Selbst seine Mutter weiß ihn nicht.
Zumindest muss sie dieses sagen,
Immer wenn sie mit ihm spricht.

Doch leider kommt das selten vor,
Der Junge ist sehr arrogant.
Und lebt in seiner eig’nen Welt,
Wo keiner was von ihm verlangt.

Er hockt dann drinnen, tagelang,
In einer düstern dunklen Eck’.
Den Spinnen selbst ist es schon bang
In seinem grausigen Versteck.
Doch dort hat alles seine Ordnung
Und nichts liegt einfach so herum.

Freunde hat Stanley keine,
Denn niemand kann ihn verstehen.
Das ist auch einer der Gründe,
Warum sich alle von ihm wegdrehen.

Einmal kam ein kleines Mädchen.
Das wollte nur die Uhr.
Doch als es Stanley Fragen stellte,
Drohte dieser mit Rasur.

Das Kind lief weg,
Von Angst geplagt,
Doch Stanleys Grinsen im Gesicht
Verharrte Tag um Tag um Tag.

Er spielt Gitarre und singt dazu.
Zeichnet Gemälde auch wie Louis Royo.
Er verfasst Gedichte und Romane,
Schöner noch, wie er selbst sagt,
Als diese des Autors Fontane.

Seit Jahren sitzt er nun schon an einem Werk,
Ob Nacht oder ob Tage,
Bei dem ihn seine Mutter warnte,
Er schaufele noch sein Grabe.

Er schrie sie an: „Sei still und scher dich fort!“
Und schon war sie an einem andern Ort.
Er flippte aus und stach ein Messer,
Gut, wenn nicht zu sagen besser,
Als jeder Mörder in einem Film –
In seine Bibel.

Wie verbissen wütete er
Durch Raum und Flur und Wiesen umher.
Lief zu seiner Lieblingsstelle,
Die lange Zeit auch Inspirationsquelle
Für diesen jungen Burschen war.

Stanley fasst’ sich an die Brust,
Schrie hell auf und keucht’ und musst’
Nun schließlich in die Knie gehen.
Dieser Anblick gar nicht schön,
Um nicht zu sagen grässlich.
Doch der Herr, wie immer festlich,
Nimmt den Schmerz an sich und lässt sich
Stanley’s Sterben präsentieren.

Nach zwei Minuten ist es vorbei
Und Stanleys Werke – einerlei.

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Von drei Lichtwesen
( Textauszug, Kurzgeschichte, 2007 )

[...] Abardhe geht zur Mitte des Podestes. Dort befindet sich eine große steinerne Wand. Es stellt sich dahinter. Seine beiden Freunde beobachten das Geschehen. Abardhe schaut auf die Wand, die sich hoch in den Raum erstreckt, und konzentriert sich. Laut spricht es folgende Worte:

„Spiegel der Seele, zeige dich mir.
Nur deinetwegen, stehe ich hier.
Ich öffne mich dir.
D’rum öffne dich mir!“

Der raue kalte feuchte Stein verwandelt sich urplötzlich in eine glatte Oberfläche, die spiegelt. Der Spiegel der Seele ist erschienen. Abardhe schaut tief hinein, es erkennt sich, es sieht sein Spiegelbild. Es muss sich nicht lange konzentrieren, da sieht es auch schon Bilder, die sein zukünftiges Leben beschreiben. Nach einer Weile tritt Abardhe zu seinen Freunden vor das Podest und ist außer sich. „Ich werde auf Aldebaran wieder geboren werden und dort gesellschaftlich und wirtschaftlich sehr erfolgreich und gesund leben.“ [...]

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O – Die Emotionen des Menschen nach Izard erzählt in einer logischen kausalen Folge
( Essay, 2008 )

Leid
Wer leidet, fürchtet das Leiden.

Furcht
Wer sich fürchtet, interessiert sich für den Frieden.

Interesse
Wer sich für den Frieden interessiert, freut sich auf jene friedvollen Momente.

Freude
Wer sich auf friedvolle Momente freut, lässt Krieg nur widerwillig zu.

Widerwillen
Wer gegen seinen Willen in den Krieg zieht, erlebt eine Überraschung.

Überraschung
Wer überrascht ist, schämt sich seiner selbst.

Scham
Wer sich seiner selbst schämt, entfacht das Feuer des Zorns.

Zorn
Wer zornig ist, verachtet das Leben.

Verachtung
Wer das Leben verachtet, fühlt sich schuldig gegenüber Gott.

Schuldgefühl
Wer sich schuldig gegenüber Gott fühlt, leidet.

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